Mit dem Blick ins Bienenvolk entsteht der Eindruck, dass ein totales Chaos im Bienenstock herrschen muss. Woher weiß die Biene, wer was und vor allem wann etwas zu tun ist bzw. welche Biene für welche Aufgabe geboren wurde? Da die Biene ein vollkommen soziales Insekt ist, kann es als Individuum nicht überleben. In dem Bienenstock ist jede Biene auf ihre Schwesterbiene (natürlich auch den männlichen Bienen) angewiesen. Der Bienenstock setzt sich demnach aus drei Bienentypen zusammen. Es wird zwischen der Bienenkönigin, der Arbeiterbiene und den männlichen Bienen – den Drohnen unterschieden. Jede dieser Bienen hat ihr eigenes Wesen und ihre vordefinierte Aufgabe, die sie ihr Bienenleben ausübt.

Die Königin – god save the queen
Für das Fortbestehen des Bienenvolkes ist die Bienenkönigin verantwortlich, ihre einige Aufgabe ist es Eier zu legen. Wie alle anderen Bienen wächst die Königin aus einem befruchteten Ei heran. Dieser Entwicklungsprozess dauert 16 Tage. Sie wird deshalb zur Königin, weil sie einerseits in einer Weiselzelle heranwächst und andererseits die Arbeiterinnen die heranwachsende Larve mit hochwertiger Nahrung, dem Gelée Royal, füttern. Die Lebenserwartung einer Königin beträgt max. fünf Jahre. Üblicherweise züchtet sich das Bienenvolk schon früher eine neue Königin heran, die das Regiment der alten Königin übernimmt. Dies kann unterschiedliche Gründe haben, der häufigste jedoch entspringt der Schwarmzeit. Nachdem die Königin geschlüpft ist, tritt sie ab dem dritten Lebenstag erste Orientierungsflüge an. An ihrem ca. sechsten Lebenstag (vorausgesetzt die Außentemperatur beträgt ca. 20°C) tritt die Königin ihre royalen Hochzeitsflüge an. Das einzige Ziel dieser Flüge ist die Begattung durch Drohnen, um die bevorstehende Eiablage zu ermöglichen. Die Bienenkönigin kann bis zu 2000 Eier an einem einzelnen Tag legen und sichert dadurch das Überleben des Volkes. Was für eine schöne und verantwortungsvolle Aufgabe.

Die Arbeiterin – same procedure as every year
Arbeiterinnen entstehen aus Arbeiterinnenzellen. Die Larven schlüpfen nach 21 Tagen.  Entgegengesetzt der Königin, werden Arbeiterinnen nicht mit Gelée Royal gefüttert, sondern erhalten einen Futtersaft der aus Honig und Pollen besteht. Durch diese Fütterung wird das Leben der Biene als Arbeiterin vorbestimmt.
Die Anzahl und Lebensdauer von Arbeiterinnen variiert im Verlauf des Jahres und können deshalb nicht als Standard angesehen werden. Im Sommer beträgt die Lebensdauer einer Arbeiterin ca. 30 bis 40 Tage und es können bis zu 60000 Arbeiterinnen im Bienenvolk zu finden sein. Im Winter hingegen sind etwa 15000 Arbeiterinnen im Volk zu finden, die Lebenserwartung ist jedoch um ein vielfaches gestiegen, sie beträgt nun ca. sechs bis acht Monate.
Wie der Name erahnen lässt, verrichtet die Arbeiterin als fleißiges Bienchen unterschiedliche Arbeiten im Verlauf ihres Lebens und durchläuft dadurch auch verschiedene Stadien ihres Daseins. Gleich nach dem Schlüpfen ist die Jungbiene in den kommenden zwei Tagen für die Reinigung der Wabenzellen zuständig, die sie hochmotiviert gründlich säubert. Ab dem sechsten Tag ist die Jungbiene zur Ammenbiene herangewachsen und füttert vorerst die Königin und die älteren Larven (danach die jüngeren) mit reichlich Pollen und Honig in den zuvor gereinigten Wabenzellen.
Ab dem zehnten Tag wird es super spannend für die Biene, denn dann unternimmt sie ihre ersten Orientierungsflüge für die späteren Sammelflüge. Vorher jedoch, wird aus der Ammenbiene eine Baubiene und hilft bei dem Ausbauen von Wabenzellen und trägt Nahrung ein. Zwischen dem 19. und 25. Lebenstag übernimmt dieselbe Biene, die zuvor eine Jungbiene, eine Ammenbiene bis hin zu der Baubiene herangewachsen ist, den Wachdienst am Flugloch. Sie verteidigt das Volk vor allen erdenklichen Feinden und schützt somit den Fortbestand des Volkes mit ihrem Leben. Entgegengesetzt der Wespe, sterben Bienen bei ihrem Stich.
Ab dem 25. Lebenstag erreicht die Wächterbiene ihre eigentliche Bestimmung und den Höhepunkt ihres Lebens. Sie übernimmt die verantwortungsvolle Aufgabe der Sammelbiene und verbringt ihr restliches Leben damit, das Volk (und schlussendlich auch dem Imker) mit reichlich Nektar, Honigtau und Pollen zu versorgen.

Der Drohn – watt ein geiles Leben (vorerst)
Die Anzahl männlicher Bienen ist im Gegensatz zu den Arbeiterinnen verschwindend gering. Sie beträgt nur wenige Hundert Drohen. Mehr sind für ihren eigentlichen Zweck im Bienenvolk auch nicht nötig. Der Entwick- lungsprozess dauert ca. 24 Tage, erst dann schlüpfen die gelegten Eier, die entgegen der Arbeiterinnen nicht befruchtet wurden. Die Lebensdauer beträgt ca. 30 bis 50 Tage. Die Aufgabe der Drohnen gilt lediglich der Begattung der Königin – natürlich bedienen sich Drohen auch am Honig, sie werden von den Arbeiterinnen gefüttert bis sie ihre Geschlechtsreife am ca. elften Tag erreichen. Auf dem Hochzeitsflug der Königin versuchen sich die Drohnen mit der Königin zu paare. Der Drohn stirbt nach dem erfolgreichen Akt, da ein Teil seines Fortpflanzungsorgans an der Königin abreist (nicht der Stachel, Drohnen besitzen nämlich keinen). Die erfolglosen Drohnen kehren zum Volk zurück und werden im Herbst in der sogenannten Drohnenschlacht getötet. Die Arbeiterinnen verweigern den Drohnen die Nahrung, sobald die Drohnen entkräftet sind, werden sie anschließend aus dem Bienenstock gejadt .

Ich versuche bei der nächsten anstehenden Volksdurchsicht geeignete Bilder zu knipsen.

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